Abury

Als ich das letzte Mal im Dezember Marokko besuchte, war ich schockiert von den unglaublichen Touristenmassen die sich durch die Souks der Medina bewegten.  Politische Unruhen in den benachbarten nordafrikanischen Ländern und Spitzenangebote von Billigairlines haben den Besucheransturm in Marokko explosionsartig steigen lassen.
Das ist zum einen gut, denn es bringt Geld ins Land. Doch es hat auch Nachteile, denn um die große Nachfrage nach günstigen Souvenirs und Lederprodukten befriedigen zu können, muss die Herstellung immer mehr vom Handwerk auf industrielle und maschinelle Produktion umgestellt werden. Und so kommt es, dass alte Kunsthandwerke langsam aussterben. Wie zum Beispiel das Herstellen und Besticken traditioneller Berbertaschen aus Schaf – und Ziegenleder.

Aus diesem Gedanken heraus entstand die Idee des von Andrea Kolb gegründeten Labels und Social-Business-Projekts ABURY. Etwa eine Stunde entfernt von Marrakesch in Douar Anzal am Fuße des Atlasgebirges, hat sie mittlerweile zwei Nähschulen gegründet, in denen junge Frauen in der Kunst des alten, fast vergessenen Handwerks der Berberkultur unterrichtet werden. So entstehen wunderschöne in Handarbeit hergestellte, neue und wiederaufbereitete Taschen, Laptop – und Smartphonehüllen und es wird sichergestellt, dass die Tradition des Berberhandwerks erhalten bleibt, indem sie an nachfolgende Generationen weitergegeben wird. Mit dem Verkauf der Taschen bringt  Abury Arbeitsplätze, faire Löhne und gute Abeitsbedingungen in die Bergdörfer. 50% des Gewinnes fließen über die gemeinnützige Abury Foundation GmbH direkt zurück in Projekte wie das Sicherstellen der Trinkwasserversorgung durch Brunnenbau oder das Beschaffen und Verbessern von Schul- und Bildungsmaterial.

„Abury verbindet den Wunsch nach Stil und Exclusivität mit Ethik und Nachhaltigkeit“ – das Konzept geht auf. Die Taschen können auf der Website auch individuell gestaltet werden durch Farb- und Musterauswahl. Und sie kommen nicht allein: Jede Tasche bringt eine auf Papier gebrachte Geschichte mit sich, gesammelt in den Berberdörfern.