Jan-Jan Van Essche

Durch die zunehmende Globalisierung und die Verlagerung von Produktionsstätten in Billiglohnländer gibt es seit den 1990ern einen gravierenden Wandel bei Angebot und Nachfrage in der Textilbranche. Die preiswerte Produktion -  vor allem in Asien -  macht es vertikalen Handelsketten (wie beispielsweise H&M, Zara, Esprit) möglich, Zyklen von ursprünglich zwei bis vier Kollektionen auf zwölf oder sogar mehr pro Jahr zu steigern.
Dieser Entwicklung steht seit einigen Jahren eine Gegenbewegung gegenüber: Die sogenannte Slow Fashion. Sie propagiert die Entschleunigung der Mode und das Motto „Qualität vor Quantität“. Ein schönes Beispiel dafür sind die  fantastischen Kollektionen des belgischen Designers Jan-Jan Van Essche. Genau eine Kollektion produziert sein gleichnamiges Label im Jahr, wobei jedes Teil in einer limitierten und individuellen Stückzahl in Belgien hergestellt wird. Seine Kollektionen tragen  Titel wie „Yukkuri“, was so viel bedeutet wie „Taking it easy“ oder „Satta Amassagana“, übersetzt: Dankbarkeit. Alle Teile sind onesize und zum Großteil unisex. Durch das Prinzip des Layering, sprich den Lagenlook, können sie bei jeder Jahreszeit getragen werden: „You just pile on more clothes during the winter and take some off in the summer.“
Inspiriert von einer Malireise entdeckt man in Van Essches Kollektionen neben ethnischen Einflüssen die Leichtigkeit afrikanischer Gewänder, reduzierte Formen und lockere, weite Schnitte. Zu kaufen gibt es seine Mode in ausgewählten Läden in Europa und Asien.