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Letzte Woche habe ich Jeanette Bruneau Rossow, Gründerin und Designerin von Treches, in ihrem Studio in Neukölln besucht. Zusammen mit Johanna Van den Haak, die sich um die Kommunikation, Marketing und Sales kümmert,  bildet sie das Kernstück des Eco-Streetwear Labels.

Schon vor der Label Gründung im Mai 2008 hatte die gebürtige Norwegerin eigene Mode entworfen, meist Kleidung mit ausgefallenen Drucken, die sie auf kleinen Märkten verkaufte. Die dafür verwendeten Stoffe stammten hauptsächlich aus kommerzieller Produktion. Die Antwort auf die Frage, unter welchen Umwelt- und Arbeitsbedingungen diese Stoffe wohl produziert werden, führte sie zu einem Umdenken. Doch nachhaltig produzierte Stoffe gab es zu diesem Zeitpunkt nur bei Abnahme ganzer Stoffbahnen – ein Fakt, der die Geburtsstunde des eigenen Labels begünstigte und so wurde aus dem ursprünglichen DIY-Projekt ein anspruchsvolles Label.
Treches besticht durch seine innovative und sehr grafische Schnittführung. Jeanette spielt im Design mit Proportionen, Form, Farben und der Wahrnehmung des Körpers und vereint in ihren Styles klare Linien und kontrastreiche Farben. Durch besondere Hervorhebungen oder unerwartete Schnittgestaltung lenkt sie die Aufmerksamkeit auf bestimmte Körperteile. So lässt beispielsweise die Betonung der Schulterpartie durch andersfarbige Patches den Träger selbstbewusster erscheinen.

Besonders die Reststoffproblematik beim Zuschnitt ist ein Thema, das Jeanette sehr beschäftigt. Bis zu 20 Prozent des Stoffs landen bei der konventionellen Textilindustrie im Abfall. Um dies zu vermeiden, arbeitet die Designerin kontinuierlich daran ihre  Schnitttechnik hinsichtlich einer Reduzierung des Stoffabfalls zu optimieren. Dank ihrer ausgetüftelten Schnittmuster bleibt auch tatsächlich nicht viel textiler Abfall zurück, größere Reststücke finden als Patches Einsatz oder werden für Capsule Kollektionen oder Unikate verwendet.
Treches arbeitet ausschließlich mit ökologisch und fair produzierten Materialien wie Organic Cotton, Hanf, Leinen und tierfreundlicher Seide. Zwei Kollektionen werden jährlich in Kleinauflagen in Berlin Neukölln und Kreuzberg  gefertigt.
Da bleibt mir nur zu sagen: Überzeugt euch selbst von ihrer „skandinavischen Geradlinigkeit“, die sie mit „einem Schuss Berliner Naivität und Lässigkeit“ paart, wie es so schön auf der Homepage heißt!

Hier gehts zur Website von Treches!