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Die Niedrigpreise der Einzelhandelsketten H&M, Mango, New Yorker und Zara verlocken zum Schnäppchenkauf. Auf  Werbebannern und in den Schaufenstern der Modehäuser werden die neuesten Kollektionen mit unschlagbar günstigen Preisen beworben. Für nur 14,99€ wechselt da schnell mal eine Bluse den Besitzer und das T-Shirt für 4,99€ findet gerne ein neues Zuhause im eigenen Kleiderschrank. Dass solche Preise nur möglich sind, weil jemand anderes dafür bezahlt, wird dabei nicht klar.
90% aller in Deutschland verkauften Textilien werden überwiegend aus Billiglohnländern wie Bangladesch, China, Kambodscha oder der Türkei importiert, wo massive Arbeits- und Menschenrechtsverletzungen an der Tagesordnung sind.


Mit ihrer Fotostrecke „Fashion Victims“ will Zoe Caspari genau diese Schattenseiten der globalisierten Textilindustrie thematisieren. Dafür hat sie diverse Kleidungsstücke der genannten Unternehmen im Stil klassischer Fashion-Shootings inszeniert und mit Zitaten von Arbeiterinnen über die Arbeitsbedingungen in den Produktionsstätten versehen.
Durch die Verwendung der  typischen Werbe-Ästhetik dieser Firmen, möchte Caspari den/die Betrachter/in ihrer Fotografien als KonsumentIn der „beworbenen“ Kleidung ansprechen und gleichzeitig jenen eine Stimme verschaffen, die den wahren Preis im heutigen Fast-Fashion-System bezahlen.
Auf eindrucksvolle Art und Weise hat sie mit ihren Werken geschafft, diese zwei Seiten der Modebranche visuell zu vereinen und die Wahrnehmung des Betrachters für Missstände zu sensibilisieren.

Die Ausstellung ist noch bis kommenden Donnerstag, den 18.04.2013 im WerkStadt Kulturverein e.V. in Berlin zu sehen.

WerkStadt Kulturverein e.V.
Emser Straße 124, 12051 Berlin
Deutschland

Montag-Samstag ab 19 Uhr
und nach Vereinbarung.