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Die Spannung steigt, denn zum April 2013 kommt die erste InCycle-Kollektion des Sportswear-Herstellers PUMA in den Handel. Das Tolle an dieser Produktlinie: Alle Artikel – vom Sneaker bis zum Rucksack – sind vollständig biologisch abbaubar bzw. können wiederverwertet werden, sprich sie können einen geschlossenen Produktlebenszyklus vorweisen. Diese, mit „Cradle to Cradle Certified Basic“- zertifizierte Kollektion ist in Zusammenarbeit mit der von Professor Dr. Michael Braungart gegründeten Firma EPEA (Environmental Protection Encouragement Agency) entstanden. Cradle to Cradle (zu deutsch: „Von der Wiege zur Wiege“) ist ein Kreislauf-Konzept, dass Braungart zusammen mit dem Architekten William McDonough als Gegenpart zum gängigen linearen Produktlebensweg entwickelte. Ziel von C2C ist es, ökoeffektive Produkte zu entwickeln, die Teil eines nachhaltigen Kreislaufsystems sind. Diese dafür verwendeten Materialien sollen recycelbar oder kompostierbar sein, je nachdem ob sie in einem technischen Zyklus gehalten oder in einen biologischen Zyklus zurückgeführt werden. Der sonst entstehende “Abfall” am Lebensende eines Produktes wird in diesem Falle quasi als “Nahrung” für etwas Neues verstanden.

Für die InCycle-Kollektion hat PUMA Produkte für beiderlei Kreislaufsysteme designt.
Zu der Kategorie „biologisch abbaubar“ gehört der Lifestyle-Sneaker Basket. Sein Obermaterial besteht aus einer Mischung aus Bio-Baumwolle und Leinen. Die Sohle des Schuhs wurde aus dem Bio-Kunststoff APINATbio© hergestellt.
Um biologisch abbaubar zu sein, müssen Produkte aus Materialien mit organischen Fasern ohne toxische Chemikalien bestehen und bestimmten internationalen Standards der Kompostierung entsprechen. (Übrigens gilt ein Stoff gemäß den europäischen Normen dann als abbaubar, wenn er sich mindestens zu 90% innerhalb von 6 Monaten zersetzt.)
Wird der Sneaker also geschreddert und zu einer industriellen Kompostierungsanlage gebracht, lassen sich alle seine Bestandteile zu natürlichem Humus kompostieren und werden somit wieder ein Teil des Ökosystems.
Weitere Produkte dieser Kategorie sind T-Shirts und  Poloshirts aus Organic Cotton.

Zu der Kategorie der „recycelbaren“ Produkte gehören die Trainingsjacke Track Jacket, die dazu passende Trainingshose und ein Rucksack. Das Obermaterial und der Reißverschluss der Jacke sind aus recyceltem Polyester, das aus gebrauchten PET-Flaschen gewonnen wurde. Wenn seine Einsatzzeit beendet ist, kann es zu Polyestergranulat umgewandelt werden, das dann als Sekundärrohstoff für weitere Produkte aus recyceltem Polyester Verwendung findet.
Der Rucksack ist aus Polypropylen das in seine ursprüngliche Substanz zurückgeführt und wieder zur Produktion neuer Rucksäcke verwendet werden kann.

 

In seiner ökologischen Gewinn- und Verlustrechnung für Produkte,  die im Oktober 2012 veröffentlicht wurde, analysiert PUMA auch die Umweltauswirkungen zweier InCycle-Produkte im Vergleich zu denen von zwei herkömmlichen PUMA-Produkten. Diese Untersuchung ergab, dass der InCycle Basket und ein InCycle T-Shirt die Umwelt 31% weniger belasten als vergleichbare herkömmliche PUMA-Produkte.
Alternative Abfallentsorgung wie Recycling verbraucht im Vergleich zur Herstellung von Rohstoffen weniger Energie, reduziert die Luftverschmutzung, die infolge von Müllverbrennung entsteht, sowie die Landnutzung durch Deponien. Recycling benötigt zwar ebenfalls Energie, diese Menge ist aber bei weitem geringer als bei der Rohstofferzeugung.

Recycling mit “Bring Me Back”-Behältern für Kleidung, Schuhe und Textilien aller Marken

Um den Recycling-Prozess zu unterstützen hat PUMA zusammen mit I:CO (Tochterunternehmen von SOEX, von dem ich euch erst kürzlich berichtet habe) weltweit das Programm ”Bring Me Back” in seinen Stores gestartet: Kunden können in dort aufgestellten Recyclingbehälter gebrauchte Schuhe, Textilien und Accessoires aller Hersteller abgeben.

Ich bin schon sehr gespannt, wie die InCycle-Kollektion bei den Verbrauchern ankommt und ob die „kreislauffähige“ Produktpalette in Zukunft optimiert und erweitert werden wird. Man kann auf jeden Fall sagen, dass PUMA mit den neuen Produkten „höhere Maßstäbe setzt, für das, was Verbraucher erwarten können und was die Bekleidungs- und Textilindustrie zu leisten in der Lage ist: Produkte, die nicht nur Freude bereiten und bequem sind, sondern auch von Beginn an so konzipiert sind, dass sie einen positiven ökologischen Fußabdruck hinterlassen.”
(Bridgett Luther, Präsidentin des Cradle to Cradle Products Innovation Institute)

Hier gehts zur Website von PUMA InCycle.