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Im zweiten Teil meines Spezials über die Abschlussarbeiten des Masterstudienganges „Sustainability in Fashion“ an der Kunsthochschule Esmod in Berlin, möchte ich euch nun die andere Hälfte der Projekte vorstellen. Während die im ersten Teil vorgestellten Arbeiten sich mehr mit Sozialstandards, Fair Trade-Projekten und Handwerkstechniken beschäftigt haben geht es im heutigen Teil um die ökologischen Aspekte, wie umweltfreundliche Materialien und Produktionsmöglich- keiten, aber auch um das Bewusstseinsschaffen zur momentanen Situation und die eigenen Handlungsmöglichkeiten, die jeder hat, etwas zu verändern.

Ralf Schuchmann: „China Surrealism“

Fokus: Nachhaltige Design Strategien
Kooperationsfirma: Jean Louie, China; Swiss Organic Cotton, Schweiz

Ralf – gebürtiger Ungare – hat die letzten Jahre als Research & Development Executive für eine Textilfirma in Peking gearbeitet. In der Millionenmetropole ist die Umweltverschmutzung ein alltäglicher Begleiter: An manchen Tagen kann man das Haus nur mit Atemschutzmasken verlassen, wie er erzählt. Besonders die Bekleidungsindustrie gilt dort als Industriezweig, auf dessen Rechnung hohe Umweltbelastungen gehen. Doch wie kann man mehr Nachhaltigkeit nach China bringen? Diese Frage war ausschlaggebend für Ralf diesen Masterstudiengang zu wählen. Seine Abschlussarbeit „China Surrealism“ ist eine High-End Kollektion aus hochwertigen Materialien, wie Bio-Baumwolle und Seide mit GOTS-zertifizierten Digitalprints für den chinesischen Markt. Der angefallene Verschnitt wurde für Accessoires, wie Ketten verwendet. Parallel dazu hat er eine Plattform gegründet, die Firmen helfen möchte, den ökologischen Fußabdruck schon durch nachhaltige Designstrategien zu reduzieren.

Kontakt: moc.liamgnull@flarybeflar

  

 

Lisa Teschner, Carolin Bohrke, Jule Berens: „WE KNOW – The Knowledge platform for sustainable fashion“

Fokus: Nachhaltige Marketing Strategien

Caro, Jule und Lisa haben ihren beruflichen Hintergrund im Bereich Management und BWL. Für ihre Masterarbeit haben die Drei sich zusammengeschlossen um eine Online-Wissensplattform zum Thema nachhaltige Mode zu initiieren. Das dafür gegründeten Portal „We Know“, soll zum einen Bewusstsein schaffen und Informationen geben und zum anderen Handlungsmöglichkeiten aufzeigen. Zielgruppe sind neben den  Konsumenten auch Designer.

Kontakt: www.weknow-fashion.com

 

Adriana Stetsyuk: „IS IT TIME TO RETHINK?“

Fokus: Nachhaltige Design Strategien
Kooperationsfirma: Materialien von PUMA, Hessnatur, Swiss Organic Cotton

Die russische Modedesignerin Adriana Stetsyuk hat als Abschlussprojekt eine multifunktionale Kollektion für den urbanen Konsumenten entwickelt. Die dafür verwendeten Materialien sind nach höchstmöglichen Nachhaltigkeitskriterien ausgewählt, von der Bio-Baumwolle bis zu bienenwachsbeschichteten, wind- und wasserfesten Stoffen. Jedes Kleidungsstück kann auf mehrere Arten getragen werden und ersetzt so mehrere Teile in Einem. Adriana möchte auf diese Weise den Verbraucher dazu anregen, weniger zu kaufen.

Kontakt: moc.liamgnull@kuystetsanairda

 

 

Anita Heiberg: „13 DRESSES – Democratized Design for Sustainable Fashion”

Fokus: Nachhaltige Marketing Strategien
Kooperationsfirma: Lectra, Deutschland

Die Kanadierin hat viele Jahre als Dozenten für Modedesign und Schnittkonstruktion an der Universität in Vancouver unterrichtet. Neben ihren Kenntnisse zur Optimierung von Schnittlagebildern und das Reduzieren von Verschnitt wollte Anita gerne die „Fashion-Crowd“ in ihr Projekt miteinbeziehen. Auf ihrer Crowdsourcing-Plattform „13 Dresses“ ist jeder eingeladen seine eigenen Designs und Prints einzureichen. Die Gemeinschaft stimmt dann demokratisch ab und die Favoriten gehen in Produktion. So werden nur die gewünschten Stückzahlen und Kleidungsstücke produziert und Überschuss kann vermieden werden. Die Schnitterstellung erfolgt durch 3D CAD Software von Lectra, als Material wird Bio-Baumwolle verwendet und GOTS-zertifizierte Digitalprints.
Die Plattform ist bereits als Beta-Version online, 2014 soll dann richtig durchgestartet werden.

Kontakt: www.13dresses.com

 

 

Marina Mohr Correa: „SFD.FORUM – A sustainable tool to support designers in sustainable product development”

Fokus: Nachhaltige Marketing Strategien

Die Idee hinter Marinas Projekt ist Modefirmen bezüglich mehr Nachhaltigkeit zu beraten. Die von ihr gegründete Plattform “Sustainable Fashion Development-Forum” beinhaltet unter anderem 10 Regeln, die Designern Schritt für Schritt bei der Umsetzung helfen sollen. Fokus liegt dabei auf dem Designprozess selbst und Möglichkeiten, die bereits in dieser Prozessphase anwendbar sind, wie beispielsweise die Wahl der Materialien oder Low-Waste Schnittkonzepte.

Kontakt: www.sfd-forum.com

 

Marina Chahboune: „Greening the Blues – A guideline for developing a sustainable denim brand”

Fokus: Nachhaltige Produktion
Kooperationsfirma: Hessnatur, Deutschland; Freshtex, Polen

Der Name hat es – oder besser gesagt mich – wahrscheinlich schon verraten: Das letzte hier vorgestellte Projekt ist tatsächlich das Meinige. Auch ich habe mich entschieden nochmal die Chance die dieser Masterstudiengang mit sich bringt zu nutzen. Für meine Abschlussarbeit habe ich mich mit dem Thema Jeansproduktion beschäftigt. Knapp 2 Milliarden Jeans werden jährlich weltweit hergestellt, deren Styles ständig wechselnden Trends unterliegen, wie beispielsweise dem Used-Look, Beschichtungen, Bleaching etc. Besonders beim Finish kommen viele Chemikalien und ein hoher Wasserverbrauch zum Einsatz. Für „Greening the Blues“ habe ich eine GOTS-zertifizierte Jeanskollektion aus Bio-Baumwolle entwickelt, für deren Finish durch das Verwenden von Ozonbleiche und Lasertechnologie keinerlei Chemikalien  und kaum Wasser verwendet wurde.

Wer mehr über das Projekt erfahren möchte, ist herzlich eingeladen mich auf meinem Messestand auf der Ethical Fashion Show in Berlin vom 14.-16.01.2014 zu besuchen :)

Kontakt: ed.noihsafdnoyebnull@aniram