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Auf ganz fantastische Art und Weise hat das Weltkulturen Museum in Frankfurt mit seiner Ausstellung  „Trading Style – Weltmode im Dialog“ ein Crossover zwischen vergangenen und zukünftigen Modewelten geschaffen. Vier internationale Modelabels – Buki Akib (Nigeria), A Kind of Guise (DE), CassettePlaya (UK) und P.A.M./Perks and Mini (Australien) – wurden für mehrere Wochen in die Forschungs- und Projekträume des Weltkulturen Labors eingeladen. Hier hatten sie Zeit, sich intensiv mit den historischen Sammlungen aus den unterschiedlichsten Regionen von Afrika bis Ozeanien auseinanderzusetzten und diese zu erforschen. Jedes Designer-Team traf eine Auswahl an ethnografischen Artefakten, Filmen und Fotografien und kreierte davon inspiriert neue Prototypen für Kleidungsstücke und Accessoires. Materialien, Techniken und Stilformen der Vergangenheit wurden im aktuellen globalen Kontext neu interpretiert.

 

 

Mit diesem Projekt soll auch ein Gegenpart zur heutigen „Systemmode“ geschaffen werden, die meist nur noch auf langfristiger Planung, Marketingstrategien und Werbung basiert. Auf Grund zunehmender Globalisierung, vor allem durch das Outsourcing von Produktionsstätten in Billiglohnländer, hat es seit den 90ern einen gravierenden Wandel in der Modebranche gegeben: Monopolstellungen von Einzelhandelsketten, omnipräsente Designstile, qualitativ minderwertige Ware, schnelle Kollektionszyklen und Massenprodukte sind das Ergebnis.
Das Weltkulturen Museum will mit „Trading Style“ einen Ort schaffen  an dem Designer die Möglichkeit haben, sich intensiv mit ihrer Mode auseinanderzusetzten, ihr eine eigene Handschrift und Identität zu geben.
Gemeinsam mit den neuen Designs für Kleidung und Accessoires der vier Modelabels werden mehr als 500 historische Objekte wie Ganzkörperbekleidung, Masken, Schmuck, Kopfbedeckungen, Schuhe, Taschen, aber auch Fotografien und Filme ausgestellt.

Die sehr empfehlenswerte Ausstellung ist noch bis zum 31. August 2013 zu sehen.

  Buki Akib

Abb.1: Das Label CassettePlaya richtete seine Aufmerksamkeit speziell auf Tätowierungen und ornamentale Skarifizierungen aus Melanesien und der brasilianischen Amazonasregion und entwickelte digitale Drucke auf Seide für eine luxuriöse Streetwear-Kollektion.

Abb.2: Buki Akib aus Lagos wählte Musikinstrumente wie Trommeln, Gongs und Daumenklaviere aus. Auf dieser Inspirationsgrundlage entwickelte sie neue Strick- und Webarten, die auf der Textur und Beschaffenheit auf Instrumenten beruhen, die wie akustischer Schmuck aus Rasseln oder Klappern auf dem Körper getragen werden.