Titelbild EFS

Wie immer gab es natürlich viel zu entdecken auf der Berliner Fashion Week. Besonders auf der Ethical Fashion Show und dem Green Showroom bin ich auf tolles Neues und viele innovative Ideen  gestoßen. Wie Ayuvastra zum Beispiel. Das irische Label hat sich – basierend auf der traditionellen indischen Heilkunst Ayurveda – auf Färbeverfahren mit medizinischen Kräutern und Pflanzen spezialisiert. Die Kollektion für Männer, Frauen und Babys ist als Leisurewear und Yogabekleidung gedacht und erhältlich in vier verschiedenen Naturtönen: Rot aus Sandelholz, Braun aus einem Extrakt des Neembaumes, Grün aus Basilikum und Gelb wird mit Kurkuma gefärbt. Für die Fixierung der Farbe wird ein Baumharz verwendet, die Stoffe sind aus 100% organic cotton und produziert wird bei einer Kooperative in Kerala, Indien.

  

Zum ersten Mal auf der EFS dabei waren Crushers. Das Label produziert in Portugal vegane Sneaker aus Kork und recyceltem Polyester und versucht damit die Lücke für trendige UND  ökologische Sneaker zu schließen. Für die Sohlen wird momentan noch TR und Latex verwendet, wofür aber Alternativen in Arbeit sein sollen.
Slowers – um bei Schuhen zu bleiben – produzieren in einem Familienunternehmen in Spanien luftig, leichte Sommerschuhe aus Biobaumwolle mit, in Handarbeit angenähten, Jute- oder Kautschuksohlen für Frauen und Kindern. Die Schuhe sind in uni oder mit dezenten Digitalprints für 50-60€ VK erhältlich.

  

Eine meiner persönlichen Lieblingsentdeckungen ist die finnische Firma Mifuko. Zu entdecken gab es hier allerlei, bei einem Sortiment von Sandalen über Taschen und Portemonnaies bis Accessoires und sogar Heimdeko. Das von Minna Impiö und Mari Martikainen 2009 gegründete Label steht für skandinavisches Design in Verbindung mit traditioneller, afrikanischer Handwerkskunst. In Zusammenarbeit mit Werkstätten in Kenia entstehen die Produkte mit dem Schwerpunkt auf  Materialrecycling und Fair Trade Beziehungen. Minna lebt seit vier Jahren vor Ort und kennt so gut wie alle Kunsthandwerker die für sie arbeiten beim Namen. Absolut faszinierend fand ich den Schmuck mit Perlen aus gerolltem Altpapier und einer Lackierung, die aussehen wie richtige Glasperlen und kleinen Anhängern aus recyceltem Aluminium (Kostenpunkt 30€). Toll durchdacht sind auch die Taschen mit einem Innenfutter aus alten Herrenhemden und einem verstärkten Boden aus Autoreifen (98€).

Weiter ging`s zu Sey Jeans – sozusagen schon ein alter Hase auf der EFS – die diesmal mit einem zusätzlichen Sortiment aus farbigen Jeans und All-over-Laserprintmotiven überraschten.
Apropos Jeans, die gibt es nun auch bei Brainshirt, zumindest für Ihn. Cut: Regular, aus einem Denim von Lebenskleidung gefertigt. Die Konfektion erfolgt in Deutschland und Polen, die Waschung in Niedersachsen. Das Labelpatch ist aus einem recyceltem Kunststoff gepresst und für das Taschenfutter und die Einfassungen wurde Verschnittmaterial von Herrenhemden verwendet. Noch mit im Gepäck hat Brainshirt diesmal – auf Grund großer Nachfrage wie ich erfahre – ein veganes Sommersakko aus einem Kapok/ Baumwollgemisch (86% kbA BW/ 14% Kapok).

  

Last but not least ist noch schnell die neue Kampagne des finnischen Upcyclinglabesl Globe Hope zu nennen, die pünktlich zur Fashion Week gelauncht wurde: „From Attics to Catwalks“. Globe Hope lädt alle BerlinerInnen dazu ein, alte Gardinen und Tischdecken aus Spitze und Baumwolle in den „Komm&Sieh“-Läden der Berliner Stadtmission abzugeben. Daraus sollen dann neue, wunderbare Penttinen-Handtaschen für die nächste Kollektion entstehen.

Und in Teil II geht es dann weiter in den Green Showroom…

Dieser Artikel ist ein Crosspost und erscheint zeitgleich auf dem sehr lesenswerten Blog Grüne Mode.