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Der Global Organic Textile Standard (GOTS) gilt als der weltweit führender Standard für die Verarbeitung von Textilien aus biologisch erzeugten Naturfasern. Entlang der gesamten Textilen Kette definiert das Siegel sowohl strenge ökologische Richtlinien als auch soziale Kriterien wie das Zahlen von fairen Löhnen, Arbeitsschutz und das Verbot von Kinderarbeit. Alle drei Jahre wird eine Revision des Standards durchgeführt, mit der Zielsetzung, hohe ökologische und soziale Anforderungen auf dem aktuellen Stand der Technik zu definieren.
Die heute veröffentlichte Version 4.0 hält neben dem Festhalten an Kernbestimmungen wie dem 70%tigen Mindestanteil zertifizierter Biofasern und den Verboten von Gen- oder Nanotechnologie sowie krebserregenden Substanzen einige Neuerungen bereit: Der konventionelle Restfaseranteil kann nun aus bis zu 30% Regenerat- bzw. Synthetik-Fasern bestehen, wenn diese aus ökologischer Sicht verbessert und zertifiziert sind. Für Regeneratfasern bedeutet dies, dass der Rohstoff aus zertifiziert ökologischer Landwirtschaft bzw. nachhaltiger Forstwirtschaft stammt oder recycelt ist. Für synthetische Fasern müssen die Rohstoffe recycelt und entsprechend anerkannter Standards zertifiziert sein. Die Beimischung von bis zu 30% konventioneller Baumwolle bei Fasermischungen ist nach der neuen Version nicht mehr erlaubt.

“Die bisherige Fokussierung auf Naturfasern für den (bis max. 30%) erlaubten konventionellen Faseranteil ist nach heutigen Erkenntnissen durch Ökobilanzen nicht mehr vertretbar. Textilherstellern steht durch diese Änderungen künftig eine größere Auswahl an Fasermischungen zur Verfügung, wenn sie auch bei Regenerat- und Synthetik-Fasern die aus ökologischer Sicht günstigeren Varianten einsetzen. Dadurch wird ein breiteres Sortiment für GOTS zertifizierte Produkte ermöglicht, was letztlich auch der vermehrten Verwendung von Biofasern dient.“ (Marcus Brügel, Technischer Direktor GOTS)

GOTS Global Organic Textile Standard GOTS Global Organic Textile Standard

Weitere Neuerungen sind das Verbot von originärem (virgin) Polyester und Tierhaar des Angora-Kaninchens. Die bereits umfangreiche Liste verbotener Substanzen wurde erweitert und Grenzwerte verschärft.

Im Bereich Sozialstandards wurde die bereits bestehende Schulungspflicht zur Arbeitssicherheit um die Themen Feuerprävention und Evakuierung ergänzt. Außerdem werden ab nun ausdrücklich die Ergebnisse von Programmen oder Zertifizierungen wie Fair Wear Foundation (FWF), Social Accountability 8000 (SA800), Worldwide Responsible Accredited Production (WRAP) und die Business  Social Compliance Initiative (BSCI) bei der GOTS-Inspektion berücksichtigt.